Ibuprofen kann mehr als Schmerzen lindern

(kib) Ibuprofen ist ein Klassiker bei Schmerzen und Entzündungen. Nun haben US-Forschende einen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel entdeckt. Bestätigen weitere Studien die Ergebnisse, könnte der Wirkstoff womöglich künftig zur Vorbeugung von Diabetes eingesetzt werden.

03.04.2025

Frau hält Wasserglas in der einen Hand, in der anderen zwei Tabletten. Auf dem Tisch ein Blister mit Tabletten.
© Foto: georgeclerk / Getty images / iStock
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Den Ergebnissen der Studie zufolge könnte Ibuprofen – und auch Naproxen – möglicherweise bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus präventiv wirken. Der Grund dafür liegt in den Geschmacksknospen des Menschen, fanden US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler der Rutgers University, New Jersey und des Monell Chemical Senses Center, Pennsylvania, heraus.

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Süßgeschmackrezeptor wird gehemmt

Um die Wirkung von Ibuprofen und Naproxen auf den Süßgeschmacksrezeptor zu erforschen, wurden Geschmackstests beim Menschen und In-vitro-Tests mit humanen embryonalen Nieren-Zellen (HEK-293) durchgeführt.

Dabei kam heraus, dass beide Wirkstoffe dosisabhängig die Aktivierung des Rezeptors für süßen Geschmack sowohl beim Menschen als auch in menschlichen Zellen hemmen. So wiesen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum einen nach, dass bereits Mundspülungen mit Ibuprofen oder Naproxen die menschliche Wahrnehmung von süßem Geschmack in vivo hemmen, wenn sie durch die Zucker Glukose und Fruktose oder den Süßstoff Sucralose ausgelöst wurden.

Zum anderen konnten sie im Labortest mit menschlichen Zellen zeigen, dass die Ibuprofenplasmaspiegel, wie sie nach der Einnahme von zwei oder drei 200-Milligramm-Tabletten auftreten, die Glukosesensitivität der Zellen vermindern und somit die postprandiale Plasmaglukosespiegel wirksam hemmen.

Weitere Studien sind nötig

Frühere Berichte legen nahe, dass Ibuprofen den Glukosestoffwechsel verändern und das Risiko mehrerer Stoffwechselerkrankungen senken könnte. Diese Beobachtungen in Kombination mit den vorliegenden Erkenntnissen machen Hoffnung, dass die Hemmung des Rezeptors für süßen Geschmack positive metabolische Effekte haben könnte, resümieren die Studienautorinnen und -autoren.

Allerdings seien klinische Studien erforderlich, um diese Hypothese zu überprüfen.

Quelle: British Journal of Pharmacology, Aponet.de

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