Streptokokken: Apotheken dürfen Schnelltests abgeben
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Scharlach tritt häufig bei Kindern auf und wird durch Streptokokken der Gruppe A (z. B. Streptococcus pyogenes) verursacht. Er äußert sich zu Beginn eher unspezifisch und verursacht Kopf- oder Halsschmerzen und Fieber. Nach ein bis zwei Tagen kommt ein Hautausschlag hinzu. Typisch ist eine weiß belegte, später gerötete „Himbeerzunge“. Ein Selbsttest auf Streptokokken kann die Frühdiagnose unterstützen und so dazu beitragen, dass der Verlauf weniger schwer ist.
Wie funktioniert der Test?
Streptokokken der Gruppe A werden auf Basis einer Antigen-Antikörper-Reaktion nachgewiesen. Die Probe läuft entlang einer porösen Oberfläche, die an bestimmten Stellen mit reaktiven Molekülen bestückt ist. Diese sind so gewählt, dass eine Farbreaktion zustande kommt. Sind Streptokokken der Gruppe A in der Probe, lässt sich das ablesen.
Zusätzlich enthalten die Tests eine Kontrolllinie, die Antikörper gegen das verwendete Immunkonjugat enthält. Sie dient dazu, den ordnungsgemäßen Ablauf des Tests beurteilen zu können, vor allem, ob die Probe den Teststreifen vollständig durchwandert hat.
Wie wird die Probe entnommen?
Im Testkit ist ein steriler Tupfer enthalten. Mit diesem ist der Rachenabstrich durchzuführen. Dabei gilt:
- Zunge mit Zungenspatel nach unten drücken
- hinteren Rachenraum, die Mandeln und andere entzündete Bereiche abtupfen
- Zunge, Wangen und Zähne nicht mit dem Tupfer berühren
Der Test wird möglichst direkt nach der Probenentnahme entsprechend der beiliegenden Anleitung durchgeführt. Fällt er positiv aus, sollten Erkrankte einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Dann können gegebenenfalls Antibiotika gegen die bakterielle Infektion verordnet werden.
Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer, begrüßt die Möglichkeit der Abgabe entsprechender Selbsttests in der Apotheke: „Je eher eine Infektionskrankheit bekannt ist, desto eher kann die ärztliche Behandlung beginnen. Die Apothekenteams beraten kompetent zu allen Selbsttests und welche Handlungsempfehlungen sich aus einem positiven oder negativen Testergebnis ergeben“, heißt es in einer Mitteilung der ABDA.
Hintergrund
Bisher durfte das Apothekenpersonal lediglich Selbsttests zum Nachweis von SARS-CoV-2-, HIV- und Influenzaviren abgeben. In-vitro-Diagnostika zum Nachweis anderer Krankheitserreger wie Streptokokken waren beruflichen Verwendern vorbehalten.
Mit Inkrafttreten der Verordnung zur Neufassung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung und zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung am 20. Februar hat sich dies nun geändert. Allerdings dürfen nur solche Tests an Laien abgegeben, die der Hersteller auch für die Anwendung durch Laien vorsieht.
Quelle: ABDA, self-diagnostics.com