Was ist der „Lego-Spieler-Fuß“?

Über das Phänomen des „Lego-Spieler-Fußes“, das die typische Sitzhaltung von Kindern beim Spielen auf dem Boden mit sich bringen kann, berichtet die Ärzte Zeitung unter Berufung auf einen in der Fachzeitschrift Pädiatrie erschienen Artikel.
Fallbeispiel
Die Mutter eines kleinen Patienten wies bei der U10-Untersuchung auf eine Schwellung am linken Fuß des Kindes hin, die sie seit einigen Monaten bemerkt hatte. Sie berichtete, dass es keinen Druck durch neue oder unbequeme Schuhe gegeben habe. Bei der Untersuchung des Fußes war der Junge beschwerdefrei.
Die beiden Knoten am linken Fuß waren etwa zwei Zentimeter groß, hatten eine fest-elastische Konsistenz beim Abtasten und waren von rauer, hyperpigmentierter Haut bedeckt. Diese Läsionen traten unter anderem beim Beugen des Fußes stärker hervor. Die passive und aktive Beweglichkeit des Knöchels war uneingeschränkt und der Gang unauffällig.
Die genaue Anamnese ergab, dass der Junge stundenlang bevorzugt mit dem linken Fuß, der unter dem Gesäß gebeugt war, auf dem Boden spielte. Auf den Rat hin, diese Sitzposition zu vermeiden, bildeten sich die Schwielen allmählich zurück.
Lego-Spieler-Fuß
Für die Ärzte war die raue, hyperpigmentierte Haut des Jungen ein Schlüsselbefund für die Diagnosestellung, heißt es in dem Bericht. Dieses Phänomen tritt typischerweise bei Kindern auf, die stundenlang barfuß auf dem Boden sitzen, die Füße unter dem Gesäß angewinkelt haben und mit Legosteinen oder anderem Spielzeug spielen.
Aus diesem Grund prägte der Schweizer Orthopäde Dr. Hanspeter Huber den scherzhaften Begriff „Lego-Spieler-Fuß“. Die übermäßige Verhornung entsteht durch Druck oder Reibung an den exponierten Stellen.
Selbstlimitierend und harmlos
In der Regel ist keine Behandlung nötig, da das Spielen auf dem Boden mit dem Alter abnimmt und die verhornten Druckstellen von selbst verschwinden.
Übrigens: Die Schwielen sind auch außerhalb der pädiatrischen Literatur bei Erwachsenen, die Gebete verrichten („Gebetsschwielen“) und bei Menschen, die Yoga-Rituale praktizieren, beschrieben.
Quelle: Ärzte Zeitung